Die deutsche Armutsgrenze im europäischen Vergleich, Teil 1.

Die Armutsgrenze (AG*) gibt an wie viel ein Bürger in Deutschland braucht, um sich sozusagen über Wasser zu halten. In Deutschland lag das für den sogenannten Single bei 1096 Euro im Jahre 2017.

Dabei schwanken die Angaben zur Armutsgrenze (AG*) sehr stark, „ein Single-Haushalt, der weniger als 892 Euro pro Monat zur Verfügung hat, gilt als arm“, so 2018 der Paritätische Wohlfahrtsverband. 2019 liegt die bundesweit geltende Armutsgefährdungsschwelle … bei rund 969 Euro pro Monat.

Hartz-IV-Jobcenter-verwehrt-schwerkranker-Frau-Umzugskosten-770x44911Dabei muss oder sollte man auch noch unterschiedliche Werte in den verschiedenen Bundesländern beachten, berechnet wird die Armutsgrenze (AG) mit Hilfe des „Nettoäquivalenzeinkommens.  Das ist ein rein rechnerischer Begriff“, da sich die Politik hartnäckig weigert, eine Armutsgrenze zu bestimmen.

Offenbar wird in Deutschland die Armutsgrenze (AG) immer mehr nach unten verschoben, um den wahren Wert der in Armut lebenden Deutschen zu verschleiern. Auf der anderen Seite sucht man auch keinen Wert zur Bestimmung der Armutsgrenze mit Hilfe der europäischen Nachbarn.

In der Republik Österreich lag die AG* bei 1.238 Euro für Alleinlebende im Jahr 2018. Dieser Wert liegt über 300 Euro im Vergleich zur deutschen AG. Aber auch in Österreich wird wohl dieser Wert der Grenzbestimmung zum Überleben unterschiedlich festgelegt. Danach liegt zum Beispiel 2018 laut dem Wirtschaftsprofessor Badinger die AG bei 1259 Euro.

Armutskonferenz-forderthoehere-Hartz-IVSaetze-770x4492222Wer über ein so geringes Einkommen verfügt, der weiß auch, dass schon 20 oder 30 Euro pro Monat mehr oder weniger eine wichtige Rolle spielen, unsere Politiker scheinen dies nicht zu verstehen. Offenbar leben sie in einer anderen Welt, sonst würden sie das Thema Armut nicht immer ausgrenzen und sich dann wundern, warum die AfD mit ihrer Flüchtlingspolitik so viele Wähler anzieht. Protest ist eben auch ein legitimer Wahlgrund in der Demokratie.

Doch auch knapp über der Armutsgrenze zu leben ist ein großes Problem für die Betroffenen, Stichwort materielle Deprivation. „Erhebliche materielle Deprivation“ liegt vor, wenn Menschen wesentliche Grundbedürfnisse kaum oder gar nicht stillen können– zum Beispiel sich nicht einmal eine Urlaubswoche pro Jahr oder Heizen der Wohnung nicht leisten können“.

Das Thema „materieller Deprivation“ und die Folgen daraus wie „Ausgrenzung“ wurde und wird in Deutschland schon immer unter den berühmten Teppich gekehrt, wahrscheinlich sind deshalb die Räumlichkeiten des Kanzleramtes, das Schloss des Präsidenten oder das Parlament so riesig.

·         Armutsgrenze, AG

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s